Grenzenlos

Der Fall der Mauer vor 30 Jahren ist  das bewegendste Ereignis in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Um das zu feiern vereinen sich Musiker und lassen Magdeburg gemeinsam rocken – vom 2. Oktober bis in den Jubiläumstag, auf mehreren Bühnen, mit Überraschungen und einem zündenden Highlight um Mitternacht.

Es ist auch eine Zeit des Erinnerns. Rockmusiker aus beiden Teilen Deutschlands haben mit ihren Songs in der Zeit des „eisernen Vorhanges“ den Glauben an die Überwindung der deutschen Teilung beflügelt. Denn Musik lässt sich nicht einmauern und schafft Verbindungen über alle Barrieren hinweg. So hat beispielsweise Udo Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“ und sein Konzert am 25. Oktober 1983 im Palast der Republik ein Signal der Hoffnung für viele Menschen in der DDR gesetzt. Am 6. Juni 1987 sorgten David Bowie und Genesis mit dem „Concert for Berlin“ am Westberliner Reichstag für Proteste und Ausschreitungen in der DDR, weil tausende Ostberliner das Konzert am Brandenburger Tor mithören konnten. Als Reaktion darauf organisierte die FDJ ein Jahr später den 5. Berliner Rocksommer und lud Bruce Springsteen zum größten Konzert in der Geschichte der DDR ein. Mit seinem berühmt gewordenen Ausspruch brachte er die Mauer zum Wanken, in dem er vor 160.000 Besuchern verkündete: „Ich bin gekommen, um Rock’n’Roll für euch zu spielen, in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren umgerissen werden.“

Am 9. November 1989 geschah dann das Unfassbare, die Mauer öffnete sich – nachdem in Leipzig, Berlin und vielen ostdeutschen Städten, wie auch in Magdeburg, Tausende Bürger in den Friedensdemonstrationen für Demokratie und Freiheit auf die Straßen gingen. Drei Tage später, am 12. November 1989, fand das erste deutsch-deutsche Rockkonzert in Berlin vor ca. 50.000 Besuchern statt. Es dauerte fast 11 Stunden und zum LineUp zählten Künstler wie Nina Hagen, Udo Lindenberg, Silly, BAP, Joe Cocker, Heinz Rudolph Kunze, Marius Müller-Westernhagen, Pankow, die Puhdys, die Zöllner, Nena, Die Toten Hosen, Ulla Meinecke und Konstantin Wecker. Daran anschließend sollen nun zum 30-jährigen Jubiläum die Mauern der Festung Mark zum Beben gebracht werden. Mit dem Musikfestival „Magdeburg Rockt“ soll zurückgeschaut werden auf die Zeit der Teilung unseres Landes und gleichzeitig findet eine musikalische Zeitreise in die deutsch-deutsche Musikgeschichte statt. Stargast des Abends ist die westdeutsche Rocklegende Inga Rumpf, die mit ihrer Band direkt aus Hamburg einfliegen und gegen 21 Uhr auf der Hauptbühne in den „Hohen Gewölbe“ spielen wird. „Back To The Roots“ nennt Inga Rumpf ihr rockiges Repertoire, das sie allen treuen Fans widmet. Ein Konzert mit den Klassikern von „Frumpy“ und „Atlantis“, aber auch aktuelle Songs hat sie im Gepäck. Bereits im Mai 2014 trat Inga Rumpf im Innenhof der Festung Mark auf und begeisterte ca. 1.000 Fans.

Das ostdeutsche Pendant ist die bekannte Ostrockband Renft, die damals unter dem Namen Klaus Renft Combo auf den Bühnen der Republik unterwegs war und mit Auftrittsverboten wegen ihrer systemkritischen Texte vom DDR-Regime belegt wurde. Die Band hat viele Verbindungen in die Magdeburger Rockszene und wird an diesem Abend auf viele alte Bekannte treffen. Denn zu den beiden Headlinern des Abends gesellen sich eine Reihe altbekannter Rock- und Bluesmusiker aus der Magdeburger Szene wie Lennocks-Live, „Live Blues Break“, Charlies Crew in Duo-Besetzung, bekannt als „Duo L.A.“, das Gitarrentrio „Mylestone“ sowie „MD Blues Project“. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online unter www.festungmark.com

Quelle: Magdeburg-Kompakt

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