So weit die Füße tragen…

Vor wenigen Tagen sah ich den Film „So weit die Füße tragen” nach dem Roman von Josef Martin Bauer. Der Filmheld floh 1949 aus einem Kriegsgefangenenlager von der Behringsee bis zum Iran. Drei Jahre und tausende Kilometer zu Fuß. Kaum vorstellbar, zu welchen Leistungen der Mensch fähig ist. Und wie ich so meine Füße anschaute wurde mir schmerzhaft bewusst, dass ich mit meinen Natursohlen nicht mal mehr zehn Kilometer laufen kann. Zu sehr habe ich die Füße vernachlässigt, ließ Hühneraugen und Hornhaut freien Lauf. Wahrscheinlich geht es vielen Elbestädtern so, die eher auf ein ungewohntes Klopfen im Auto reagieren, als sich mit schmerzenden Füßen zu einem Podologen zu bewegen. Doch genau diese Berufsgruppe kann helfen, wenn es mit den Füßen nicht mehr so geht.

Wenn man in seinem Leben nahezu 160.000 Kilometer zurücklegt, hat man wohl ein Recht auf ein paar Streicheleinheiten seiner Füße. Sie sind das wichtigste Transportmittel, bei der täglichen Hygiene jedoch werden sie sträflichst vernachlässigt. Dies hat Folgen: Die Füße jucken und schwellen an, es bilden sich Blasen und Druckstellen. Im schlimmsten Fall droht Pilzbefall. Die Haut kann einreißen und Nährboden für Infektionen oder offene Wunden bilden. Daher ist es ratsam, bei Fußproblemen einen medizinisch geschulten Fachmann aufzusuchen. Dies ist bei Problemen am und mit dem Fuß der Podologe. Der Begriff kommt aus dem Griechischen (podos = gr. Fuß) und beschreibt die nichtärztliche Heilkunde an den Füßen. Das Podologengesetz und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung regeln das Berufsbild und die Ausbildung zum „Medizinischen Fußpfleger”. Seit 2002 ist die Bezeichnung „Podologe/Podologin” gesetzlich geschützt. Nur mit einer staatlichen Erlaubnisurkunde darf man sich so nennen.

Zu ihnen zählt Andrea Albrecht, die im Hochhaus in der Jakobstraße eine Fußpflege-Praxis unterhält. Zu ihr kommen täglich Menschen aller Altersgruppen, die Hilfe bei der Fußpflege benötigen. Als gelernte Podologin kennt sie die Nöte und Sorgen ihrer Klientel. Nach zweijähriger und selber finanzierter Ausbildung an einer Magdeburger Bildungsakademie startete sie als Mitarbeiterin in einer Fußpflege-Praxis. Ihr Ziel war es, eine private Praxis zu eröffnen. 2017 war es dann soweit: Ihr Name stand über ihren eigenen Praxisräumen. Anfang des Jahres wurden die Räume in der Jakobstraße einer Frischzellenkur unterzogen und präsentieren sich in frischen Farben und zeitgemäßem Look. Mit viel Elan unterstützt Ehemann Mike die beruflichen Ambitionen seiner Frau Andrea Albrecht. Als im April 2018 ihr Sohn Emil das Licht der Welt erblickte, übernahm er die Elternzeit und schaffte so die Möglichkeit zur beruflichen Entfaltung seiner Frau. Auch sonst kümmert er sich im Hintergrund um buchhalterische Angelegenheiten und technische Belange.

Zu den Kunden der sympathischen Magdeburgerin zählen alle Altersgruppen – von 18 bis 99 Jahren. Ob Hühneraugen, eingewachsene Zehnägel oder Pilzerkrankungen (immerhin ist da fast jeder dritte Bundesbürger betroffen) – Schmerzen bereiten viele Faktoren. Besonders Diabetespatienten sind Schwerpunk. Wichtig bei ihnen ist die Vorbeugung wie die Beseitigung von Schwielen, unkontrolliertem Nagelwachstum oder anderen Schäden am Fuß, die Andrea Albrecht behandeln kann. Ziel ist die Verbesserung der physiologischen Funktionen von Haut und Nägeln.

Alles was den Füßen Schmerzen bereitet und über die Podologie beseitigt werden kann, zählt zum Portfolio der Praxis Albrecht. Während es die Magdeburgerinnen schneller zu ihr in die Praxis schaffen, dauert es bei den Männern etwas länger. Meist kommen sie, wenn es fast zu spät ist. Auch ich habe mir vorgenommen, dann doch den Schritt zu wagen und meinen Füßen eine professionelle Pflege zu gönnen. Denn ich möchte, dass sie mich noch so weit wie möglich tragen können. Ronald Floum

Quelle: Magdeburg Kompakt

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